Wer wir sind

“Woher rührt das allgemeine Schweigen in Anbetracht solch hoher Zahlen? Bei wie vielen Zwangsräumungen wird physischer und psychischer Schaden der Betroffenen billigend in Kauf genommen? Wie viele von ihnen enden in der Obdachlosigkeit? Und können all diese Zwangsräumungen tatsächlich auf das individuelle Versagen der Betroffenen zurückgeführt werden? Wir sagen nein!

Denn Zwangsräumungen fallen nicht vom Himmel und sind auch nicht einfach ein Selbstverschulden der Betroffenen. Sie sind Ausdruck einer Gesellschaft, in der die Menschen über ihren Marktwert definiert werden. Sie sind Bestandteil eines kapitalistischen Systems von Zwängen, in dem der ökonomische Druck der Verhältnisse und deren politische und bürokratische Absicherung Hand in Hand gehen.”

Quelle: Avanti – Projekt undogmatische Linke

Mietenwahnsinn und Gentrifizierung

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 70.000 Wohnungen zwangsgeräumt, so der Deutsche Mieterbund. Und die Zahl der Betroffenen steigt stetig. Schuld daran sind vor allem stark steigende Mieten und der Trend zur Gentrifizierung, der sich nicht mehr auf Metropolen wie Hamburg oder Berlin beschränkt, sondern inzwischen auch kleinere Städte erfasst. Wohngebiete sollen gewinnbringend “aufgewertet” werden. Die alteingesessene Bevölkerung wird dabei verdrängt zugunsten von finanzstärkeren Schichten. Das Nachsehen haben zum Beispiel Bezieher von Hartz IV, die aufgrund der steigenden Mietpreise nicht mehr in den Wohnungen wohnen können.

Gesetzesänderung erleichtert Zwangsräumungen

Seit dem 1. Mai können Vermieter Zwangsräumungen noch leichter durchsetzen, um unliebsame Mieter loszuwerden: War bisher eine Gerichtsverhandlung samt Urteil nötig, reicht nun eine einstweilige Verfügung – ohne Anhörung der Gegenseite. Die betroffenen Personen wenden sich oft zu spät oder gar nicht an Stellen, die ihnen Hilfe anbieten können. Viele kennen ihre Rechte nicht genau und leiden zudem psychisch wie physisch unter den Belastungen der drohenden Zwangsräumung.

Auf die politische Tagesordnung

Wir, Aktivist*Innen aus NRW, wollen diesen besonders perfiden Auswuchs des Kapitalismus öffentlich machen und das Thema auf die politische Tagesordnung setzen, weil er gegen die Menschenrechte verstößt. In Berlin hat sich bereits ein breites Bündnis gegründet, welches lautstarken Protest gegen diese Zwangsräumungen organisiert und schon einige Erfolge erzielen konnte. Wir glauben, dass es Zeit wird, auch in NRW gemeinsam, gruppen- und städteübergreifend aktiv zu werden und uns mit den von Zwangsräumungen Betroffenen zu solidarisieren.

Solidarität mit den Betroffenen

Wir rufen dazu auf, sich mit den von Zwangsräumung bedrohten Personen zu solidarisieren, denn das Problem betrifft uns alle. Nur wenn wir uns gegenseitig unterstützen, haben wir eine Chance, unsere Rechte durchzusetzen. Nur wenn wir die Strategien der Investoren und Profiteure aufdecken und ins Licht der Öffentlichkeit zerren, können wir sie unter Druck setzen. Niemand braucht sich zu schämen für eine Lage, in die er/sie unverschuldet hineingeraten ist.

Blockaden und Öffentlichkeit

Wir werden Zwangsräumungen nicht unbehelligt stattfinden lassen. Wir rufen auf zu Blockaden, Öffentlichkeit und Solidarität. Neben der Blockade gibt es viele weitere Möglichkeiten uns zu unterstützen: Erzählt euren Freund*Innen davon, beteiligt euch an unserem Protest, organisiert Solidaritätsaktionen oder schreibt Beschwerdebriefe an öffentliche Stellen.

Wenn ihr selbst von einer Zwangsräumung betroffen seid oder ihr euch gemeinsam mit uns dagegen engagieren wollt, meldet euch. Wir versuchen, Kontakte zu vermitteln und euch zu unterstützen.

So erreicht ihr uns >>>

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