#AlleFürKalle #Köln Zwangsräumungstermin verschoben auf 16.4.214!

Kalle hat Post vom Gerichtsvollzieher bekommen.
Der Zwangsräumungs-Termin, 18. März, wurde aufgehoben!
Neuer Zwangsräumungstermin ist der 16. April, 8:00 Uhr!

1926658_668737673187303_1117834939_n

Mehr Infos bald auf: http://zwangsraeumung-verhindern.de/oder auf unserem Info-Verteiler: https://lists.riseup.net/www/subscribe/zrv-nrw

Advertisements

Alle für Kalle: Zwangsräumung gemeinsam verhindern!

Alle für Kalle: Zwangsräumung gemeinsam verhindern!

Diesen Freitag startet die Kampagne um 15 Uhr mit einer Mitmach-Kundgebung gegen Zwangsräumungen und Verdrängung auf dem Neusser Platz (Agneskirche): https://www.facebook.com/events/319734461498891/

Mehr Infos in den kommenden Tagen auf: http://zwangsraeumung-verhindern.de/

Seit 30 Jahren bewohne Kalle im Kölner Agnesviertel eine einfache Dachgeschosswohnung. Nun soll er raus.

Der neue Eigentümer hat ihm wegen „Eigenbedarf“ gekündigt. Die ganze Sache stinkt jedoch zum Himmel, so hat der neue Eigentümer die Wohnung mindestens einmal schon öffentlich zum Kauf angeboten hat, obwohl er doch „Eigenbedarf“ geltend macht. Das Gericht entschied trotzdem zugunsten des Eigentümers.

Jetzt droht ab dem 16. Dezember die Zwangsräumung.

– Wir, die Initiative Recht auf Stadt – Köln wollen das nicht hinnehmen und solidarisieren uns mit Kalle Gerigk.

– Gemeinsam können wir Kalles Zwangsräumung aufhalten!
Wir wollen mit einer Sitzblockade verhindern, dass gewaltsam in Kalles Wohnung eingedrungen wird.

– Gemeinsam gegen steigende Mieten und Verdrängung aus unseren Veedeln!

Via Recht auf Stadt – Köln

Alle für Kalle

Zwangsräumungen Verhindern – Gelebte Solidarität

Wieder ein Erfolg! Unverrichteter Dinge zieht der Gerichtsvollzieher, begleitet von mehreren Polizisten, von dannen. Jubel unter den mehreren hundert Menschen, die friedlich aber bestimmt den Eingang der Wohnung blockiert hatten. Wieder konnte ein Akt der Gewalt verhindert werden, die Zwangsräumung zumindest aufgeschoben werden. Aktivistinnen und Aktivisten der spanischen Plataforma de Afectados por la Hipoteca, kurz PAH, sowie Nachbarinnen und Nachbarn, Freundinnen und Freunde sind gekommen um ihre Solidarität auszudrücken mit dem Betroffenen. Über 700 Mal schon ist es dem Bündnis gelungen, eine Zwangsräumung abzuwenden.  

Faule Hypothekenkredite hatten den Betroffenen in die Situation gebracht, als die Immobilienblase platzte, wie mehrere Hunderttausend weitere spanische Familien. Ihre Häuser und Wohnungen gingen an die Bank, auf den Schulden bleiben sie ein Leben lang sitzen. Ein privates Insolvenzrecht gibt es nicht. Übrig bleiben leere Wohnblöcke und viele wohnungslose und verarmte Familien.

Die vielen Erfolge der PAH erzeugen Solidarisierungseffekte und geben vielen weiteren sozialen Bewegungen Hoffnung und Auftrieb. Die Menschen beginnen zu merken, dass man eben doch etwas verändern kann. Und das dies oftmals auch gar nicht so schwer ist. In vielen Teilen Spaniens wird gar nicht mehr zwangsgeräumt.

Auch hierzulande beginnt der Widerstand gegen Zwangsräumungen: In Berlin, Hamburg und NRW bildeten sich Bündnisse, um diese Praxis zu bekämpfen. In der Bundesrepublik ist vor allem die Gentrifizierung, die Aufwertung ganzer Stadtteile und Verdrängung angestammter Mieterinnen und Mieter der Grund für schätzungsweise an die 70.000 Zwangsräumungen jährlich. Das Recht auf Wohnraum ist ein Menschenrecht, viel mehr ist es jedoch Spekulationsobjekt für Kapitalinteressen. Das Grundgesetz garantiert das Recht auf Unverletzlichkeit des eigenen Wohnraums – und  dennoch wird täglich dagegen verstoßen. Ob Luxussanierung, Immobilienspekulation oder Profitmaximierung: die Folgen spüren die, zufällig in einem betroffenen Viertel wohnen, die wehrlosen, die armen und ärmsten unserer Gesellschaft, sie werden mit Gewalt aus ihrem Lebensumfeld gerissen und oft in die Peripherie gedrängt.

Zwangsräumungen sind ein Akt extremer physischer und psychischer Gewalt. Oft erleiden die Betroffenen psychische Schäden und geraten in noch größere finanzielle Notlagen. Der Verlust des sozialen Nahraums, des angestammten Umfelds, manchmal auch von Freundinnen und Freunden und die Viktimisierung setzen den Betroffenen immens zu. Die erfahrene Gewalt, das Gefühl extremer Ohnmacht und Hilflosigkeit, zeichnet die Menschen oft nachhaltig. Wenn überhaupt, so sollte die Zwangsräumung das äußerste und letzte Mittel sein, wenn alle anderen Lösungsversuche gescheitert sind. Stattdessen wird es zum Mittel der Wahl, um vermeintliche Querulanten, Menschen mit privilegierten und zu günstigen Mietverträgen und ALGII-Empfänger*innen loszuwerden.

Dabei gibt es keine richtige Zwangsräumung. Eine Zwangsräumung bedeutet immer das Versagen aller Beteiligten, der ganzen Zivilgesellschaft gar, eine gerechte und friedliche Lösung zu finden. Oft wird dies nicht einmal mehr versucht. Wenn alle institutionellen Wege scheitern, Menschen vor Gerichten keine Gerechtigkeit erfahren, wenn sie darauf erst gar nicht hoffen brauchen, dann führt der einzige Weg, noch Druck auszuüben um die Grundrechte als Mensch und Bürger*in wahrzunehmen über den Widerstand durch zivilen Ungehorsam. Sei es das Entrollen von Bannern vor den Wohnsitzen von Politiker*innen und Vermieter*innen, Flugblattaktionen, Sitzblockaden oder Besetzungen: viele Menschen sehen, dass es nur die gelebte Solidarität untereinander ist, die vor dem Schicksal der Zwangsräumung bewahren kann.

Das relativ junge Bündnis in NRW versucht allen Betroffenen die uns kontaktieren, mit allen Mitteln und Wegen zu helfen, die Zwangsräumung abzuwenden. Nicht immer gelingt dies, oft scheitert es noch an der mangelnden Solidarität der Nachbarn, an Angst und Zweifeln, sowie daran, dass der Stellung des Privateigentums auch in den eigentumslosen Schichten eine viel größere Priorität eingeräumt wird. Dabei ist es eben dieses Recht von Investoren, Banken, Hedgefonds und Wohnungsbaugesellschaften, jeglichen Wohnraum aufzukaufen und ihrem eigenen Belieben nach zu verwenden und zu verändern,  welches  die von Zwangsräumung Betroffenen erst in diese Situation bringt. Die Interessen der Mieter*innen werden nicht berücksichtigt, das Schicksal der Betroffenen ist weder für die Institutionen noch für die Investoren von Belang.

Nur entschlossener und breiter Widerstand vermag vielleicht, die gesellschaftliche Situation noch zu verändern und den vielen Betroffenen zu helfen. Solidarisiert euch!

DieHäuserDenenDieDrinWohnen

— Dieser Artikel ist eine Vorab-Veröffentlichung unseres Beitrags in der dritten Ausgabe des Westfälischen Okkupierers, die bald erscheinen wird. —

Köln: Demo gegen hohe Mieten und Wohnungsmangel 22. Juni 2013

Quelle: Recht auf Stadt – Köln

Aktualisierung vom 20. Juni 2013:

Statt eines Demonstrations-Zuges nach Ehrenfeld führt die Initiative “Recht auf Stadt” um am Samstag, 22. Juni, um 14 Uhr lediglich eine Kundgebung am Rudolfplatz durch. Grund ist die zeitgleich stattfindende Solidaritätsdemonstration mit den Protesten in der Türkei unter dem Motto “Überall ist Taksim, überall ist Widerstand”. Zu dieser Demonstration werden mehrere Zehntausend Menschen erwartet (ab 12 Uhr, Heumarkt).

“Recht auf Stadt” ruft auch zur Teilnahme an der Solidaritäts-Demonstration auf.


Stand vom 13. Juni 2013:

Die kürzlich gebildete Initiative “Recht auf Stadt” ruft für Samstag, den 22. Juni, um 14 Uhr zu einer Demonstration gegen hohe Mieten und Wohnungsmangel auf. Die Demonstration wird vom Rudolfplatz über die Venloer Straße nach Ehrenfeld führen.

Bei der Auftaktkundgebung werden Sprecherinnen und Sprecher der Mieterinnen und Mieter in Chorweiler und in Porz-Finkenberg die akuten Probleme schildern; das Düsseldorfer “Bündnis für bezahlbares Wohnen” wird ihre beispielhaften Aktionen gegen Wohnungsnot darstellen und ein Vertreter der Kölner Erwerbslosen in Aktion (KEAs) zu den Problemen von Erwerbslosen sprechen.

Weitere RederInnen kommen von der Ehrenfelder Initiative Helios-Gelände und vom Autonomen Zentrum in Kalk, dem ab dem 30. Juni die Räumung droht. Zudem spricht Jan Henkel für “kein mensch ist illegal” zur katastrophalen Situation bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Köln.

Laut einer aktuellen Umfrage ist eine eindeutige Mehrheit der Menschen in Köln der Meinung, dass “der Markt” die Probleme der Wohnungsversorgung nicht beheben kann und dass öffentliche Eingriffe in den Wohnungsmarkt nötig sind – wie die Ankurbelung des öffentlichen Wohnungsbaus und die Umwandlung von Büros in Wohnungen.

Dies meint hat auch Christian Frings, einer der Organisatoren der Demonstration:

“Alle etablierten Parteien reden von bezahlbarem Wohnraum, aber sie tun das Gegenteil, bedienen die Interessen von Investoren und verschärfen den Preisanstieg. Für uns ist bezahlbares und gutes Wohnen aber keine Ware, sondern ein Recht.”

Die Mieten steigen. Bei jeder Neuvermietung werden Wohnungen teurer. In den innenstadtnahen Veedeln findet ein Verdrängungsprozess statt. Menschen mit geringem oder durchschnittlichem Einkommen können sich die Mieten dort nicht mehr leisten.

Große Wohnungsbestände sind privatisiert worden. Immobilienkonzerne wie die Deutsche Annington in Kalk, Talos in Finkenberg oder BGP in Chorweiler sind lediglich an schneller Rendite interessiert. Es gibt immer mehr Beispiele von Mieterhöhungen bei gleichzeitiger Vernachlässigung von Häusern und Wohnungen.

Die Initiative “Recht auf Stadt” hat sich gebildet, um den Widerstand gegen Mietsteigerung, Wohnungsprivatisierung, Zwangsräumungen, Vertreibung durch Luxussanierungen und Verfall durch Zwangsverwaltungen zu stärken und zu vernetzen.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Christian Frings – 0170/6932459 oder Claus Ludwig – 0151/65118004
E-Mail: info@rechtaufstadt-koeln.de; Internet: www.rechtaufstadt-koeln.de