Bochum: Erster Besuch von Aktivisten im St. Antoniusstift

UPDATE: Schlechte Neuigkeiten aus dem St. Antoniusstift in Bochum: DAS GERICHT IN MÜNSTER HAT ENTSCHIEDEN – DIE BEWOHNER MÜSSEN RAUS!

“Der Probst und die Heimleiterin haben heute Nachmittag die Bewohner in Kenntnis gesetzt, dass bis in vier Wochen der Laden leer sein muss. Die Bewohner sind nervlich am Ende und stehen unter Schock so dass ein Gespräch nicht möglich war. Sie sind tief enttäuscht von einer Gesellschaft welche die letzten ihrer noch
verbleibenden Bedürfnisse, wie Gemeinschaft und eine vertraute Umgebung, ignoriert und mit Füßen tritt. Die Konsequenzen dieser Entscheidung sind nicht abzusehen. Der Marienstift ist voll belegt und möglicherweise werden die Bewohner schon ab kommender Woche wild verteilt in andere Einrichtungen gestopft.

Der Mitarbeitervertreter Helmut wird uns ab Sonntag weiter informieren ob und wann wir die Gespräche über mögliche Aktionen wieder aufnehmen. Vorerst bittet er darum, die Bewohner in Ruhe zu lassen um sie nicht noch weiter aufzuregen. Die brauchen erstmal etwas Zeit um das zu verpacken.” (Stand: 28. Juni 2013)


Offiziell ist das St. Antoniusstift in Bochum seit Anfang Juni kein Altenheim mehr. Trotzdem werden hier weiterhin 23 Senioren von Pflegekräften betreut. Die verbliebenden Bewohner und Mitarbeiter wollen ihr Zuhause bzw. ihren Arbeitsplatz nicht kampflos aufgeben, obwohl ihnen die Zwangsräumung droht.

Altenheim Antoniusstift in Bochum wehrt sich gegen Aus (WAZ, 31.05.13)

Um ihre Solidarität auszudrücken und Möglichkeiten der Unterstützung auszuloten, trafen sich am Wochenende mehrere Aktivisten vor Ort und kamen mit den Betroffenen ins Gespräch. Dabei wurde vor allem eins deutlich: Die Zukunft des Heims, der Mitarbeiter und der Bewohner ist den Ämtern, den Gerichten und der Kirche letztlich egal.

Wir wollen BleibenDen Mitarbeitern droht Arbeitslosigkeit, den vielen teils dementen Senioren droht Orientierungslosigkeit, der Verlust von Freunden, Bekannten und der gewohnten Umgebung bei Aufteilung auf verschiedene Altenheime und unterschiedliche Stadtteilen. Einige dürften den Zwangsumzug nicht überleben.

Viele Mitarbeiter und Bewohner haben sich daher entschlossen, den von der katholischen Kirche betriebenen Stift auch illegal weiterzuführen. Doch der Widerstand droht immer wieder vor Gerichten zu scheitern, wie die WAZ in einem weiteren Artikel berichtet.

Als letzte Hoffnung galt Oberbürgermeistern Ottilie Scholz, an die sich die Mitarbeiter und Bewohner mit einer Petition richteten, auf die es bisher aber keinerlei Reaktion gab.

Die angegebenen Gründe für die Räumung konnten die Aktivisten bisher nicht nachvollziehen: Die angeführte Sicherheitsmängel dürfen bezweifelt werden. Zudem macht der St. Antoniusstift trotz der prekären Lage der Mitarbeiter und des Heims einen sauberen aufgeräumten Eindruck und die Ergebnisse der Prüfung (durchgeführt vor einer Gesetzesnovelle) können sich sehen lassen:

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Bereits seit einiger Zeit sind auch die “BÄH-Bürger – Bochum ändern mit Herz” vor Ort aktiv und haben einen Kommentar zu den Vorgängen veröffentlicht, der enthüllt, wie hier mit den Bedürfnissen von Senioren und Mitarbeitern umgegangen wird.

Zitat aus dem Kommentar:

“Sozialamtsleiterin Dr. Heide Ott ist zum Äußersten entschlossen. Die Stadt wird die Schließung des Altenheimes St. Antoniusstift an der Humboldtstraße zur Not auch mit staatlichem Zwang durchsetzen: ‘Es geht nicht mehr weiter’, kündigt sie an (WAZ vom 17.04.13).

Die 50 Bewohner des Altenheimes sollen jetzt nach dem Willen der Stadt um jeden Preis aus dem Haus raus. Nach einer sozialen Lösung, wie die Bewohner in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können, bis das neue Heim fertig gestellt ist, sucht die Stadt nicht. Die Bewohner wollen bleiben, viele würden dafür zur Not auch bis zu einer Zwangsräumung kämpfen.”

Für die Aktivisten steht nach ihrem Besuch fest: Sie werden wiederkommen, mit den Entscheidungsträgern sprechen, Gegenöffentlichkeit erzeugen und – sofern von den Betroffenen gewünscht – Widerstand organisieren.

Übrigens, die Arbeitsagentur war offensichtlich schon da:

ARGE

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